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Artikel: Pommes – vom Teufelszeug zur goldenen Legende

Pommes – vom Teufelszeug zur goldenen Legende

Pommes – vom Teufelszeug zur goldenen Legende

Kaum ein Snack ist so geliebt – und gleichzeitig so mythenumwoben – wie die Pommes frites. Knusprig, salzig, universell beliebt: die wohl einfachste Glücksform, die je in heißem Öl gebadet hat. Doch hinter dem Klassiker steckt eine wilde Geschichte – voller Vorurteile, Zufälle und Frittierkunst.

Im 17. Jahrhundert war die Kartoffel alles andere als populär. Die europäische Landbevölkerung hielt sie für dämonisch – schließlich gehört sie zur Familie der Nachtschattengewächse, die man für giftig oder gar satanisch hielt. Man glaubte ernsthaft, sie mache krank oder verrückt. 1748 verbot das französische Parlament sogar den Kartoffelanbau, weil man dachte, sie verursache Lepra.

Erst Antoine-Augustin Parmentier, ein französischer Armeearzt, rettete die Knolle aus der Hölle des Aberglaubens. Während des Siebenjährigen Kriegs überlebte er als Gefangener, indem er fast ausschließlich Kartoffeln aß – und startete danach eine PR-Kampagne, die sich gewaschen hatte: Verkostungen, öffentliche Dinners, wissenschaftliche Vorträge. Sein Ziel: Frankreich sollte endlich die Kartoffel lieben.

König Ludwig XVI. half mit einem genialen Trick nach: Er ließ 1780 in Neuilly Kartoffeln anbauen – und stellte Soldaten als Wachen ab, um sie „zu schützen“. Natürlich wollten die Bauern sofort wissen, was so streng bewacht wurde – und stahlen die Kartoffeln heimlich. Voilà: Die Kartoffel wurde zum kulinarischen It-Piece des 18. Jahrhunderts.

1793 erschien das erste Kochbuch, das sich ausschließlich mit Kartoffelrezepten beschäftigte – La Cuisinière Républicaine, geschrieben von Madame Mérigot, der ersten Französin, die ein Kochbuch veröffentlichte. Darin stand auch ein Rezept für frittierte Kartoffeln. Die Geburtsstunde der Pommes – zumindest auf Papier.

Und dann kam Thomas Jefferson: Der amerikanische Präsident brachte die Idee 1802 über den Atlantik und ließ im Weißen Haus „Kartoffeln nach französischer Art“ servieren. Aus den „pommes de terre frites“ wurden die „French Fries“ – der Begriff, der die Welt eroberte.

Von da an ging’s steil bergauf: Pommes wurden Volksnahrung, Streetfood, Luxusbeilage. In Belgien, das sich bis heute als wahre Pommes-Nation sieht, werden sie doppelt frittiert – außen knusprig, innen fluffig – und traditionell mit Mayonnaise serviert. In Kanada heißen sie Poutine und kommen mit Käse und Bratensoße, in Asien sind sie süß, scharf oder mit Nori bestäubt.

Heute werden weltweit über 19 Millionen Tonnen Pommes gegessen – ob frisch frittiert oder tiefgekühlt. Der Markt für Tiefkühl-Pommes ist Milliarden wert, und allein in den USA geht etwa ein Drittel aller Kartoffeln direkt in die Fritteuse. Die Belgier gelten als Weltmeister im Pommeskonsum – dort gibt’s mehr Frittenbuden als Kirchen.

Und selbst im neuen Jahrtausend wird weiter verfeinert: Die französische Köchin Suzy Palatin perfektionierte in den 2000er-Jahren die Kunst der Pommes so sehr, dass sie dafür eine königliche Auszeichnung bekam.

Vom Teufelszeug zur goldenen Ikone – Pommes sind mehr als nur frittierte Kartoffeln. Sie sind globales Soulfood, Symbol für Genuss ohne Grenzen und der Beweis, dass das Einfache manchmal einfach das Beste ist.

Knusprig außen, weich innen – und immer ein bisschen nach Glück.

Pommes around the World

1. Belgien – Frieten mit Stil

Zubereitung: Doppelt frittiert, außen goldbraun, innen cremig.

Typisch dazu: Dicke Mayonnaise, Sauce Andalouse oder Samurai-Sauce.

Fun Fact: In Belgien gibt’s über 5.000 Frittenbuden – mehr als Kirchen. Und die Belgier haben sogar ein Frietmuseum in Brügge!

2. Niederlande – Patatje Oorlog („Pommes Krieg“)

Zubereitung: Klassische niederländische Fritten – etwas dicker als französische.

Typisch dazu: Erdnusssoße, Mayonnaise und rohe Zwiebeln – alles übereinander.

Name: „Oorlog“ heißt „Krieg“ – wegen des wilden Sauce-Chaos auf den Pommes. Ein geschmacklicher Ausnahmezustand, aber köstlich.

3. Kanada – Poutine

Zubereitung: Grobe Pommes, übergossen mit brauner Bratensoße (gravy) und Käse-Curd.

Herkunft: Québec, 1950er Jahre.

Fun Fact: Poutine gilt heute als kanadisches Nationalgericht – herzerwärmend, deftig und wunderbar ungesund.

4. Südkorea – Gamja Twigim

Zubereitung: Kartoffelstücke oder Sticks im Tempurateig frittiert.

Typisch dazu: Mit Sojasoße oder Gochujang-Dip serviert – süß-scharf und knusprig.

Fun Fact: In Korea gibt’s sogar Pommes mit Zucker und Honigpulver – süß trifft salzig deluxe

5. USA – Chili Cheese Fries

Zubereitung: Knusprige Fries, getoppt mit Chili con Carne, geschmolzenem Käse und Jalapeños.

Herkunft: Kalifornien, ca. 1950er Jahre, in Diners populär geworden.

Fun Fact: Ein klassisches „late-night snack“-Gericht – je mehr Sauce, desto besser.

6. Japan – Shaka Shaka Fries

Zubereitung: Dünne Pommes (McDonald’s Style), die in einem Beutel mit Gewürzpulver „geschüttelt“ werden.

Typische Sorten: Wasabi, Nori (Seetang) oder süßes Teriyaki-Gewürz.

Fun Fact: Das Wort „Shaka Shaka“ beschreibt das Schüttelgeräusch – Japans Antwort auf langweilige Standardpommes.

Bonus: Weltweite Trends

  • Trüffel-Pommes mit Parmesan & Trüffelöl (USA & Frankreich – Gourmetversion)
  • Loaded Fries mit Toppings von Pulled Jackfruit bis veganer Aioli (globaler Streetfood-Trend)
  • Süßkartoffel-Pommes – gesünder, süßer, farbenfroher

Auch wir lieben Pommes über alles. Deswegen haben wir auch unser LECKER by nature Frittenglück entwickelt. Dabei ist es uns egal, ob geschüttelt, dick, dünn oder was drauf. Frittenglück geht immer.

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